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Gentrifizierung – Jetzt auch in Linden?

Stadtteilspaziergang durch Linden mit anschließender Diskussion am 30. November

Steigende Mietpreise, Verdrängung kleiner Geschäfte, Veränderung der Bewohnerstruktur – aktuell fällt in Hannover-Linden immer häufiger der Begriff Gentrifizierung, auch Vergleiche mit der Wohnsituation in Hamburg oder Berlin werden von Einzelnen nicht gescheut. Doch was verbirgt sich hinter dem Begriff Gentrifizierung überhaupt? Wo hört Stadtentwicklung auf und fängt Gentrifizierung an? Und welche Bedeutung haben in diesem Zusammenhang Hausbesetzungen?

Unsere Podiumsgäste wollen die strukturellen Veränderungen mit Euch / Ihnen aus Perspektive ihrer eigenen Fachbereiche betrachten, einordnen und ihre Vorstellungen mit Euch / Ihnen diskutieren.

Podium:

Michael Dette (Grüne Ratsfraktion, Baupolitischer Sprecher), Brigitte Nieße (Grüne Regionsfraktion, Umweltpolitische Sprecherin), Daniel Gardemin (Sozialwissenschaftler) und einE VertreterIn der „Kampagne Ahoi“

Moderation:

Jan Haude (Grüner Landesvorsitzender)

Ablauf:

17:00 Stadtteilspaziergang mit Brigitte Nieße (Städtebauplanerin), Treffpunkt: Lindener Marktplatz / Brunnen

18:30 Diskussion in den Räumen von kargah e.V. (Faust-Gelände), Zur Bettfedernfabrik 1, 30451 Hannover

Entwicklung des Stadtbezirks gestalten

Grüne fordern nach der Räumung des besetzten Hauses in der Limmerstraße 98 einen politischen Diskussionsprozess – Kämpfe und Haude: „Anliegen der BesetzerInnen ist nachvollziehbar, Wohnraum muss erschwinglich sein

Seit dem 1. Juni war das aktuell leer stehende Haus in der Limmerstraße 98 von linken AktivistInnen besetzt. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN haben die dortige Entwicklung verfolgt und begleitet. „Das Anliegen der BesetzerInnen des Gebäudes ist nachvollziehbar, auch wenn sich über den Weg, den sie gewählt haben, um ihrem Protest Ausdruck zu verleihen, sicherlich streiten lässt. Gerade in einem alternativen Stadtteil wie Linden muss es bezahlbaren Wohnraum geben. Der Stadtteil lebt von einem bunten Miteinander, eine Gentrifizierung gefährdet diese Qualität“, sagt Friederike Kämpfe, Vorsitzende des Grünen Stadtverbandes Hannover.

Jan Haude, Landesvorsitzender der Grünen Niedersachsen aus Hannover, war vor Ort bei der heutigen Räumung des Gebäudes: „Es ist erfreulich, dass es bei der Räumung zu keiner Eskalation gekommen ist und die Besetzung friedlich beendet wurde. Es liegt nun an der Stadtpolitik, eine zukunftsorientierte Diskussion zur Entwicklung des Stadtteils anzustoßen und den Impuls der AktivistInnen aufzugreifen und in einen politischen Prozess zu überführen.“

Einig sind sich Jan Haude und Friederike Kämpfe, dass das Hauptthema aber die übergreifende Entwicklung unter dem Stichwort Gentrifizierung sein sollte und nicht allein das bis heute besetzte Objekt. „Die Besetzung hat keinen zähnefletschenden Immobilienhai getroffen, sondern einen gesprächsbereiten und offenen Menschen, der durchaus ein Interesse an einer sozialen Entwicklung des Stadtteils hat. Daher darf die weitere Debatte nicht auf dem Rücken des neuen Hausbesitzers geführt werden“, so Jan Haude.

Hintergrund:

Seit Mittwoch, den 1. Juni, hielten AktivistInnen ein Haus aus der Gründerzeit in der Limmerstraße 98 besetzt. Ziel der BesetzerInnen war es, auf den drohenden Abriss des Hauses aufmerksam zu machen. Es wird befürchtet, dass der neu entstehende Wohnraum für die in Linden sesshaften EinwohnerInnen nicht mehr erschwingbar ist.