Alle Beiträge von Jan

Klassenfahrten für alle Schülerinnen und Schüler ermöglichen

Grüne Niedersachsen fordern komplette Auslagen-Erstattung für Lehrkräfte
© flickr.com | thisisbossi | CC BY-SA 2.0
© flickr.com | thisisbossi | CC BY-SA 2.0

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Landesverband Niedersachsen begrüßen den Dialog der Landesregierung mit den Lehrerverbänden mit dem Ziel einer Überarbeitung des Klassenfahrtenerlasses. „Klassenfahrten haben für das Schulleben und die pädagogische Arbeit eine elementare Bedeutung. Daher gilt es, endlich zeitnah eine gemeinsame Lösung zu finden, um den Klassenfahrtenboykott an den Gymnasien zu beenden“, sagt Jan Haude, Landesvorsitzender der Grünen Niedersachsen, heute (Donnerstag) in Hannover.

Als Reaktion auf die Debatte über den Klassenfahrtenboykott hat der Landesvorstand der niedersächsischen Grünen in seiner gestrigen Sitzung (11. Februar 2015) den Beschluss „Klassenfahrten für alle Schülerinnen und Schüler ermöglichen“ gefasst. „Wir setzen uns dafür ein, dass die bisherigen Regelungen für Klassenfahrten auf den Prüfstand gestellt werden. Als eine konkrete Maßnahme schlagen wir vor, zukünftig den Lehrkräften alle Auslagen, die im Zusammenhang mit der Durchführung von Klassenfahrten anfallen, komplett zu erstatten. Für engagierte Lehrerinnen und Lehrer dürfen Klassenfahrten kein privates Zuschussgeschäft sein“, betont Jan Haude.

Den Beschluss „Klassenfahrten für alle Schülerinnen und Schüler ermöglichen“ finden Sie hier.

Interview mit der Neuen Presse

Jan_Haude_PressefotoNoch bis Ende Februar ist der Hannoveraner Jan Haude (33) Landesvorsitzender der Grünen, dann gibt er sein Amt ab. Haude rechnet für die Landtagswahl 2018 mit einem engen Ausgang – und ärgert sich über das raue Diskussionsklima im Landtag.

 Interview von DIRK ALTWIG (Erschienen in der Neuen Presse am 19. Januar 2015)

Im Sommer ist die Hälfte der Wahlperiode um. Der Start von Rot-Grün war von der Affäre um den Staatssekretär Paschedag geprägt. Glauben Sie, dass SPD und Grüne 2018 wieder eine Mehrheit bekommen?
Ich rechne in jedem Fall mit einem knappen Ergebnis. Ich glaube, dass Rot-Grün gute Chancen hat, wiedergewählt zu werden. Dabei wird aber auch viel vom bundespolitischen Trend abhängen.

Wenn Sie Glück haben, explodiert wieder ein Atomkraftwerk.
Darauf würde ich gerne verzichten.

Auch, wenn Sie dann nicht mehr im Amt sein werden, haben Sie eine Vorstellung, womit die Grünen in den Wahlkampf ziehen werden?
Ich gehe davon aus, dass die nächste Wahl wieder ein Richtungswahlkampf wird. Die CDU wird zurückdrehen wollen, was wir angeschoben haben. Agrarwende, Energiewende, Ausbau der Gesamtschulen, das wird die CDU einkassieren wollen und die Wähler müssen entscheiden, ob sie den Kurs des politischen Wandels weitergehen.

Aber CDU und FDP nehmen ja auch wahr, wenn sich Einstellungen beim Wähler ändern. Auch die CDU spricht zum Beispiel über „Nachhaltigkeit in der Tierhaltung“.
Ja, das ist sicherlich ein interessanter Diskussionsprozess in der CDU. Auch in der Flüchtlingspolitik gibt es da einen gedämpften Kurswechsel, wenn sich beispielsweise der Oberbürgermeister von Goslar offensiv für die Aufnahme von Flüchtlingen ausspricht.

Was könnten 2018 grüne Themen sein?
Ökologie wird bei uns immer vorne stehen. Wie bereits 2013 werden die Energiewende und Chancengleichheit in der Bildung zentrale Themen sein. Das gilt auch für den Umbau der Landwirtschaft, noch mehr Qualität bei der Kinderbetreuung sowie die ökologische Wende im Verkehrsbereich.

In Hannover hat man manchmal den Eindruck, die Grünen würden am liebsten Autos verbieten.
Man kann nicht wegreden, dass es immer Menschen geben wird, die auf das eigene Auto angewiesen sind, gerade in ländlichen Gebieten Niedersachsens. Aber diese Fahrzeuge müssen dann eben so ökologisch wie möglich sein. Anders ist die Situation in den größeren Städten wie Hannover, hier hat beispielsweise Carsharing und ein Leben ohne eigenes Auto einen anderen Stellenwert. Das machen ja nicht nur Öko-Radikale.

Ist der nächste Partner der Grünen wieder die SPD?
Zumindest aktuell sehe ich keine realistische Alternative. In der CDU müsste sich schon eine Menge bewegen, damit sie für die Grünen ein denkbarer Partner werden.

Im Landtag ist der Ton zwischen Mehrheit und Opposition ja oft rau.
Ich finde die regelrechte Blockbildung zwischen Schwarz-Gelb und Rot-Grün nicht unproblematisch, auch wenn sie zu einzelnen Themen erfreulicherweise mal durchbrochen wird. Ich bin ja kein Abgeordneter, gehe aber auch als Zuhörer offen gestanden nicht gerne in den Landtag. Ich finde das Klima dort sehr unangenehm, es gibt zu viele Schaukämpfe zu Themen, die der Landtag nur zu einem geringen Anteil real gestalten kann.

Wer ist schuld?
Es wäre anmaßend, zu sagen, es liegt nur an den anderen. Es war 2013 ein extrem polarisierter Wahlkampf, bei dem eine sehr knappe Mehrheit heraus gekommen ist. Das ist schwierig für die Zusammenarbeit.

Chancen und Risiken für Olympia-Bewerbung genau prüfen

Grüne Niedersachsen fordern umfassende Transparenz und Beteiligung

flickr.com | Oliver Hopkins
flickr.com | Oliver Hopkins

Zur aktuellen Diskussion um eine Unterstützung Niedersachsens für die Olympia-Bewerbung Hamburgs spricht sich der Landesverband Niedersachsen von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN für eine sorgfältige Prüfung der Chancen und Risiken aus. „Die Olympiabewerbung von Hamburg kann eine Chance für den Sport in ganz Norddeutschland sein – wenn die Bedingungen stimmen. Eine Bewerbung ist nur mit einem nachhaltigen Konzept tragfähig. Zudem muss auch die Zustimmung der Bevölkerung durch ein Referendum mit positivem Ausgang gewährleistet sein“, sagt Jan Haude, Landesvorsitzender der Grünen Niedersachsen, heute (Freitag) in Hannover. Gemeinsam mit den Hamburger Grünen fordern die Grünen Niedersachsen, vor der Bewerbung die Kosten für eine Ausrichtung genau zu ermitteln und eine rationale Informationsarbeit durchzuführen. Es reiche nicht aus, lediglich mit einer Werbekampagne durch die Lande zu ziehen, kritisiert Haude.

Darüber hinaus mahnen die Grünen umfassende Reformen des IOC (International Olympic Committee) an. „Ohne eine wirkliche Reformagenda ist eine nachhaltige Gestaltung der olympischen Spiele nicht realisierbar. Hierzu gehört beispielsweise mehr Transparenz sowie die Aufhebung der Steuerbefreiung. Die ausrichtende Stadt muss realen Einfluss auf die Gestaltung der Spiele haben. Außerdem darf die öffentliche Hand nicht auf den Kosten und Risiken sitzen bleiben. Das gilt es gerade auch in Hinblick darauf kritisch zu überprüfen, wenn das Land Niedersachsen sich einbringt und beispielsweise Sportstätten zur Verfügung stellt“, so Jan Haude.