Bunter Protest gegen den braunen Marsch

In Bad Nenndorf haben mehr als 1000 Menschen gegen den Aufmarsch von Neonazis demonstriert. Bündnis 90/Die Grünen Niedersachsen hatten gemeinsam mit einem landesweiten Bündnis aus Parteien, Gewerkschaften und Verbänden zu der Gegendemonstration aufgerufen.

Unter den GegnerInnen des Naziaufmarsches war auch der Vorsitzende der Grünen Bundestagsfraktion, Jürgen Trittin. In seiner Rede auf der Gegenkundgebung bestärkte er die Menschen vor Ort in ihrem Protest: „Bad Nenndorf zeigt zum sechsten Mal Flagge gegen Nazis. Damit beweisen die Bürgerinnen und Bürger ein starkes und wichtiges Engagement gegen Rechtsextremismus.“ Zu dem jährlich wiederholten Versuch der Rechten, in Bad Nenndorf zu marschieren, sagte Trittin: „Mit ihrem widerwärtigen sogenannten Trauermarsch versuchen die Nazis, sich zu Opfern zu machen und zu vertuschen, was sie wirklich sind: Täter. Die Mordserie des ‚Nationalsozialistischen Untergrundes‘ hat uns dies mit besonderer Härte vor Augen geführt.“

Anja Piel, Vorsitzende der niedersächsischen Grünen, betonte: „In unserer Gesellschaft darf es keinen Platz für Neonazis geben, die Andersdenke und Menschen mit Migrationshintergrund nicht nur bedrohen, sondern auch gewalttätig gegen sie vorgehen. Mit dem vielfältigen Protest gab es heute ein deutliches Signal gegen Rassismus in der Kurstadt und es wurde den Nazis unmöglich gemacht, ihr unerträgliches geschichtsverleugnendes Propagandaspektakel durchzuziehen.“

Der Landesvorsitzende der niedersächsischen Grünen, Jan Haude, hob hervor: „Der bunte und friedliche Protest quer durch alle Gesellschaftsschichten zeigt, dass wir in einer lebendigen Demokratie leben, die sich entschlossen gegen die Bedrohung von Rechts wehrt. Die vielen kreativen Protestformen haben für eine stundenlange Verspätung und schließlich für den Abbruch der Nazi-Veranstaltung gesorgt.“

Eine weitere Kundgebung, die von den Neonazis für den Abend in Hannover angemeldet war, wurde kurzfristig abgesagt. Auf Initiative des Grünen Stadtverbandes hatten sich auch hier mehrere hundert GegendemonstrantInnen eingefunden.

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