Das perfekte Plakat

Es wird immer wieder trefflich darüber gestritten, welche Wirkung Plakate haben. Trotzdem gehören sie zum Wahlkampf wie der Kaffee zum Frühstück. Und wer einmal beim Plakatieren mitgewirkt hat, der weiß, welche Glaubenskämpfe darüber entstehen können, wie dieses am besten zu kleben und aufzuhängen ist. Von der Beschaffenheit des Untergrundes über die optimale Zusammensetzung des Kleisters bis zur Schlüsselfrage Kabelbinder oder Draht können ganze Parteifreundschaften an dieser Frage zerbrechen. Jan Haude, Landesvorsitzender der GRÜNEN Niedersachsen, über seinen Weg zum optimalen Plakat:

Schritt 1: Das Bekleben

Plakate sind im wahrsten Sinne des Wortes Aushängeschilder einer Partei, aber eben auch Massenprodukte. Deshalb empfehle ich bei den traditionellen Plakatierwochenenden meines Heimatstadtverbandes: Alles, was beim Plakatieren länger als drei Minuten dauert, ist als Promotionsvorhaben zu bewerten – und damit beim Plakatieren deplatziert. Zum Bekleben der Plakate ist ein möglichst glatter Untergrund erforderlich. Dazu sind Wellen und Eselsohren der alten Plakate von den Ständern oder Holzfaserplatten zu entfernen. Eine rückstandslose Beseitigung bis zum kleinsten Partikel ist aber keinesfalls notwendig. Länger als 120 Sekunden sollte man nicht auf die Vorbereitung des Untergrundes verwenden.

Beim Bekleben darf man vor allem eins nicht: Sparen. Lieber den guten und daher auch etwas teureren Kleister nehmen und – ganz wichtig – Leim unterrühren. Denn sonst rollen die Plakate nach den ersten Regengüssen wieder runter. Das mag zwar witzig aussehen, ist aber nicht zielführend. Und auch beim Auftragen des Kleisters darf es ruhig etwas großzügiger sein: Zuerst den Ständer bzw. die Platte komplett bestreichen, dann das Plakat drauf legen, noch mal mit dem Kleisterpinsel drüber gehen und anschließend mit einer Bürste glatt ziehen. Danach das ganze gut trocknen lassen.

Schritt 2: Das Aufstellen

Am praktischsten ist es, beim Aufhängen der Plakate zu zweit unterwegs zu sein. Dann kann man sich gegenseitig unterstützen und netter ist es obendrein. Ich empfehle bei ebenerdig aufgestellten Plakatständern Draht, bei der Befestigung von Faserplatten an Laternen Kabelbinder. Von Leitern rate ich inzwischen ab, da diese beim Transport zu sperrig sind, das Auf- und Abbauen viel zu lange dauert und es in der Regel auch ohne geht: Zuerst den Kabelbinder durch die oberen Schlaufen ziehen und so festzurren, dass er zwar eng anliegt, das Plakat aber noch geschoben und gedreht werden kann. Entscheidend für einen guten Halt ist nämlich die untere Schlaufe. Diese sollte gut festgezurrt werden, denn sonst rutscht das Plakat irgendwann ab.

Und egal, ob jedes einzelne Plakat den Stimmenanteil drastisch erhöht oder nicht – grüner wird es dadurch vor Ort auf jeden Fall;-)

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