Entwicklung des Stadtbezirks gestalten

Grüne fordern nach der Räumung des besetzten Hauses in der Limmerstraße 98 einen politischen Diskussionsprozess – Kämpfe und Haude: „Anliegen der BesetzerInnen ist nachvollziehbar, Wohnraum muss erschwinglich sein

Seit dem 1. Juni war das aktuell leer stehende Haus in der Limmerstraße 98 von linken AktivistInnen besetzt. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN haben die dortige Entwicklung verfolgt und begleitet. „Das Anliegen der BesetzerInnen des Gebäudes ist nachvollziehbar, auch wenn sich über den Weg, den sie gewählt haben, um ihrem Protest Ausdruck zu verleihen, sicherlich streiten lässt. Gerade in einem alternativen Stadtteil wie Linden muss es bezahlbaren Wohnraum geben. Der Stadtteil lebt von einem bunten Miteinander, eine Gentrifizierung gefährdet diese Qualität“, sagt Friederike Kämpfe, Vorsitzende des Grünen Stadtverbandes Hannover.

Jan Haude, Landesvorsitzender der Grünen Niedersachsen aus Hannover, war vor Ort bei der heutigen Räumung des Gebäudes: „Es ist erfreulich, dass es bei der Räumung zu keiner Eskalation gekommen ist und die Besetzung friedlich beendet wurde. Es liegt nun an der Stadtpolitik, eine zukunftsorientierte Diskussion zur Entwicklung des Stadtteils anzustoßen und den Impuls der AktivistInnen aufzugreifen und in einen politischen Prozess zu überführen.“

Einig sind sich Jan Haude und Friederike Kämpfe, dass das Hauptthema aber die übergreifende Entwicklung unter dem Stichwort Gentrifizierung sein sollte und nicht allein das bis heute besetzte Objekt. „Die Besetzung hat keinen zähnefletschenden Immobilienhai getroffen, sondern einen gesprächsbereiten und offenen Menschen, der durchaus ein Interesse an einer sozialen Entwicklung des Stadtteils hat. Daher darf die weitere Debatte nicht auf dem Rücken des neuen Hausbesitzers geführt werden“, so Jan Haude.

Hintergrund:

Seit Mittwoch, den 1. Juni, hielten AktivistInnen ein Haus aus der Gründerzeit in der Limmerstraße 98 besetzt. Ziel der BesetzerInnen war es, auf den drohenden Abriss des Hauses aufmerksam zu machen. Es wird befürchtet, dass der neu entstehende Wohnraum für die in Linden sesshaften EinwohnerInnen nicht mehr erschwingbar ist.

Ein Gedanke zu „Entwicklung des Stadtbezirks gestalten“

  1. Die Grünen haben sich nicht ohne Grund zu den Zwei größten Parteien hochgeschossen. Nur mit der Aussage „Nein Danke“ allein wäre das nicht möglich gewesen. Wir habe uns als Akzieptierte Partei von großem Wählerpotetial hochgerafft. Von solchen gesetzlosen und vor allem Aktion ohne konstruktive Gegenargumente müssen wir uns klar distanzieren. Die Zeiten wo Grüne am Rande der Legalität handelten muss man wohl zu den Akten legen. Also gute Argumente und inovative Lösungen sind besser als nur provozieren.

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