Die Wahrheit liegt auf’m Platz (oder knapp daneben)

Öffentlich allgemein gefestigt ist das Bild, dass sich PolitikerInnen allein mit Worten und Papieren duellieren. Aber das stimmt nicht ganz. Zumindest die Fraktionen im Niedersächsischen Landtag messen sich einmal im Jahr auch körperlich. Oder probieren dies zumindest – beim alljährlichen Landtags-Fußballturnier. Dann wird für einen Tag der Anzug gegen das Fußballtrikot getauscht. Endlich kann man den Abgeordneten der Gegenfraktion, der in der letzten Plenarwoche mit seinen Zwischenrufen genervt hat, seiner gerechten Strafe zuführen (Stichwort „Blutgrätsche“).

Dass auch ich diesem Fußballfest in aktiver Form beiwohnen durfte, ist dem Umstand bzw. dem Passus in der Turnierordnung geschuldet, dass auch Mitarbeiter und Praktikanten nach dem Ball treten dürfen. Und da ich bis vor kurzem einen bescheidenen Anteil meiner Brötchen als Mitarbeiter des hannoverschen MdL Enno Hagenah verdient habe, war ich mit von der Partie.

Trotz einiger nicht zu verhehlender Defizite im Vorjahresturnier (Spitzname: „Die Schranke“), hatte ich es mangels Alternativen auch in diesem Jahr wieder zur unumstrittenen Nummer 1 des Teams geschafft und durch wochenlanges hartes Training pünktlich zu Turnierbeginn eine passable Form erreicht (Spitzname 2.0: „Die Katze“).

Die Serienmeister der Landtagsverwaltung waren auch in diesem Jahr wieder die unumstrittenen Sieger und schnell kristallisierte sich heraus, dass die wahre Spannung im Vergleich der Fraktionsteams steckte. Klaren Siegen gegen die Altherrenkombo der Christdemokraten und der taktisch und spielerisch eher planwirtschaftlich auftretenden Linksfraktion stand ein herbes 1:4 gegen die Sozialdemokraten gegenüber. Letzteren war deutlich anzumerken, dass sie nach Baden-Württemberg nicht erneut Kellner sein wollten. Die FDP war in diesem Jahr nicht mit von der Partie, somit bestand keine Chance auf eine Revanche für die Vorjahresniederlage. Sei’s drum. Am Ende Platz vier, aber punktgleich mit dem Tabellenzweiten und ein hart erarbeiteter Sieg im direkten Vergleich (5:3 gegen das LPK-Team).

Jetzt gilt es nur noch kurz vor dem Turnier im nächsten Jahr einen Werksvertrag bei der Landtagsfraktion zu ergattern – notfalls tut es auch ein Praktikum. Ich muss wieder zwischen die Pfosten!

 

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